Hochschule und Betrieb im Wechsel
Ein duales Studium verknüpft Lernphasen an einer Hochschule, Fachhochschule, dualen Hochschule oder Berufsakademie mit Praxisphasen in einem Unternehmen oder einer Einrichtung. Das Portal AusbildungPlus des Bundesinstituts für Berufsbildung und die Bundesagentur für Arbeit unterscheiden dabei mehrere Modelle. Für die Qualitätssicherung verweist AusbildungPlus auf die Empfehlungen zur Entwicklung des dualen Studiums, die der Wissenschaftsrat im Oktober 2013 veröffentlicht hat.
Die Modelle im Einzelnen
Im ausbildungsintegrierenden Modell ist eine Berufsausbildung systematisch in den Studiengang eingebaut. Du schließt einen Ausbildungsvertrag mit dem Betrieb und erwirbst neben dem Studienabschluss, meist einem Bachelor, einen anerkannten Abschluss in einem Ausbildungsberuf. Teile der Ausbildung werden auf das Studium angerechnet.
Im praxisintegrierenden Modell gibt es keinen zweiten Berufsabschluss. Dafür sind Praxisphasen in größerem Umfang fest im Studium verankert und inhaltlich mit den Lehrveranstaltungen abgestimmt. Grundlage ist ein Vertrag mit dem Praxispartner, der nach AusbildungPlus unter anderem Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub und die Übernahme von Studienkosten regelt.
Berufsintegrierende Studiengänge richten sich an Menschen, die bereits im Beruf stehen, und beziehen die ausgeübte Tätigkeit in das Studium ein. Für die Erstausbildung direkt nach der Schule nennt AusbildungPlus nur die beiden zuerst genannten Modelle.
| Merkmal | Ausbildungsintegrierend | Praxisintegrierend | Berufsintegrierend |
|---|---|---|---|
| Vertrag mit dem Betrieb | Ausbildungsvertrag | Vertrag mit dem Praxispartner | bestehendes Arbeitsverhältnis |
| Abschlüsse | Studienabschluss und Berufsabschluss | Studienabschluss | Studienabschluss |
| Geeignet für | Erstausbildung | Erstausbildung und Weiterbildung | Berufstätige |
Häufige Fächer auf dieser Seite
Häufige Titel sind duale Studienplätze in Betriebswirtschaft, Tourismusmanagement, Sozialer Arbeit, Arbeitsmarktmanagement, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Informatik und Gesundheitsmanagement. Ob eine Stelle ausbildungsintegrierend oder praxisintegrierend angelegt ist, erkennst du daran, ob neben dem Studium ein Ausbildungsberuf genannt wird. Fehlt diese Angabe, frag vor der Bewerbung direkt nach.
Viele Anzeigen nennen als Lernort einen virtuellen Campus. Dann finden die Theoriephasen online bei einer Hochschule statt, während du die übrige Zeit beim Praxispartner arbeitest. Prüfe bei solchen Angeboten, ob die Hochschule staatlich anerkannt ist, wie Online- und Präsenzzeiten verteilt sind, wie Prüfungen ablaufen und wer die Studiengebühren trägt.
Welches Modell zu dir passt
- Ausbildungsintegrierend, wenn du zwei Abschlüsse willst und dir der praktische Berufsabschluss als Absicherung wichtig ist. Rechne mit einem dichten Zeitplan aus Betrieb, Berufsschule oder Prüfungsvorbereitung und Hochschule.
- Praxisintegrierend, wenn du dich auf das Studium konzentrieren und trotzdem lange Praxisphasen in einem Unternehmen haben möchtest.
- Berufsintegrierend, wenn du schon arbeitest und dich neben dem Job akademisch weiterqualifizieren willst.